Blickpunkt Jöllenbeck

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Professor Dr. Rainer Dollase
Was ist überhaupt Glück?
Welch ein fulminanter Einstieg in die neue Seminarreihe zum Thema „Was macht uns glücklich?“!
Volles Haus, Stühle müssen aus den anderen Räumen im Gemeindehaus zusammengetragen werden, am Ende stiftet der Vortragende noch seinen Sitzplatz. Der Redner, Prof. Dr. Dollase (auf dem Foto links neben Wilfried Husemann) brennt daraufhin ein neunzigminütiges, ununterbrochenes Feuerwerk an Erklärungen, Ideen, Sachverhalten und Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung ab. Dabei stets ganz nah am Zuhörer, mal sachlich, mal witzig, immer verständlich erklärt. Besser geht es nicht. Und dann auch noch dieses Eingeständnis: „Über lange Jahre hinweg habe ich mich vor Vorträgen unwohl gefühlt. Lampenfieber, Nervosität. Das hat sich erst ganz spät gelegt, da war ich schon über 50 und ich bringe das mit einer veränderten Lebenseinstellung zusammen, die ich mir damals nach einem einschneidenden persönlichen Erlebnis meine Gesundheit betreffend angewöhnt habe.“ Nach diesem Vortrag will man es nicht glauben.
Der Vortrag gliedert sich in vier Teile, „Was ist Glück?“, „Glück in der Forschung“, „Neid als Glückskiller“ und „Elf Tipps als Anleitung zum Glücklichsein“.
Was ist Glück? - Prof. Dollase erläutert das State-trait-Konzept, das zwischen dem aktuellen Glückserleben (state) und dem biografischen Lebensglück (trait) unterscheidet. Das Glückserleben ist demnach gekennzeichnet durch sehr positive Emotionen, Begeisterung und Freude, es geht einher mit einer erhöhten Sensibilität und einer Öffnung der Sinne. Die positive Sicht auf die Dinge wirkt selbstreflektierend und verstärkend, sie steigert das Selbstwertgefühl. In dessen Folge sind die Betroffenen sozial aufgeschlossener, sie spüren eine höhere schöpferische Kraft und mehr Kreativität. Das biografische Lebensglück stellt sich ein, sobald die Wahrscheinlichkeit des Glückserlebens steigt und baut auf konkrete Glückserfahrungen auf. Es wird ebenfalls von einer stärkeren sozialen Orientierung begleitet.
Prof. Dollase stellt jedoch auch fest, dass das Glückserleben und auch das Lebensglück von einer gewissen Prädisposition bei den Menschen abhängt, das Glas ist eher halb voll oder halb leer: 50% der Unterschiede sind genetisch determiniert!
Glück in der Forschung – Prof. Dollase gibt einen Abriss über die wichtigsten Forschungsfelder und referiert zunächst folgende Zusammenhänge: die Region in der man lebt, Wohlstand, Bildungsgrad (jeweils je höher, je glücklicher). Aber: trotz steigendem persönlichen Einkommen muss man nicht zwingend glücklicher werden (Lottogewinner sind in ihrem Glücksempfinden ein halbes Jahr nach dem Gewinn wieder auf dem Ausgangsniveau). Es gibt physiologische Einflüsse (für jeden Tag gilt: in den ersten 12 Stunden nach dem Aufstehen überwiegen die positiven Emotionen) und Glück ist situationsabhängig (besonders hohe Werte korrelieren mit Urlaub, verliebt sein, mit Freunden/Partner zusammen sein, Bestehen einer Prüfung/schwierigen Situation). Besonders weist Prof. Dollase darauf hin, dass glückliche Menschen eher einen Sinn stiftenden religiösen Glauben haben. Wobei er den „Glauben“ darauf ausdehnt, für sich eine Antwort auf die Fragen über die Welt/das Leben gefunden zu haben, es muss nicht zwingend der Glaube an Gott sein.
Die Forschung diskutiert weiterhin verschiedene Glücksmechanismen, die in beide Richtungen wirken können. Relative Deprivation beschreibt den Zustand, wenn wir uns mit denen vergleichen, den es besser geht und uns dabei unglücklich fühlen. Ähnlich die Zielerreichung, wir setzen uns unrealistisch hohe Ziele, erreichen sie nicht und fühlen uns unglücklich. Allerdings, sobald wir ein Problem bewältigen, macht uns das glücklich (Mastery).
Ausführlich beschreibt Prof. Dollase den Flow-Mechanismus. Wir gehen dabei völlig in einer Tätigkeit auf, unser Handeln geht mühelos vonstatten, wir verlieren die Orientierung in der Zeit, unser Fühlen, Handeln und Denken sind in Übereinstimmung. Flow setzt voraus, dass unsere Aktivität ein Ziel hat, wir brauchen eine unmittelbare Rückmeldung und eine (zumindest) gefühlte Kontrolle über die Aktivität. Die Aktivität fordert uns heraus, wir sind ihr aber auch gewachsen. Diesen Zustand können wir in den unterschiedlichsten Situationen erreichen, bei der Arbeit, in der Freizeit/bei Hobbys, zusammen mit Freunden oder allein. Schließlich weist Prof. Dollase auf die positive soziale Interaktion hin. Sie ist erfreulich, hilft uns einander zu vertrauen, einander verbunden zu sein und die Welt in der wir Leben zu bewältigen. Forschungsergebnisse belegen: Glückliche und zufriedene Menschen können mit Stress und Enttäuschungen besser umgehen. Und sie sind wesentlich toleranter gegenüber Fremden.
Neid als Glückskiller – immer wenn wir uns vergleichen, besteht die Gefahr, dass wir neidisch werden: Einkommen, Besitz, Beruf bzw. berufliche Position, Position in der sozialen Gruppe, Aussehen, die Liste ließe sich fortsetzen. Das setzt uns zu, das Leben macht plötzlich keinen Spaß mehr, wir sind unglücklich. Neid kann auftreten zwischen Generationen, Geschwistern, Geschlechtern, Kollegen, kann sich gegen erfolgreiche Minderheiten richten, Ressentiments verstärken. Prof. Dollase unterscheidet den feindselig-schädigenden Neid und den traurig-hoffnungslosen Neid auf der einen Seite gegenüber dem ehrgeizig-stimulierenden Neid und dem Ungerechtigkeitsneid.
Elf Tipps zum Glücklichsein
1. Eine Philosophie/Religion, die dem Leid und der Ungerechtigkeit einen Sinn gibt, hilft , dieses zu überwinden
2. Akzeptiere Deinen Neid - gebe ihn zu!
3. Vergleiche Dich mit den richtigen Leuten (und bitte nicht in sozialen Netzwerken)
4. Akzeptiere das Unabänderliche! Suche Gleichgesinnte und ähnlich Betroffene!
5. Breche den Kontakt zu Menschen ab, die Dich neidisch machen!
6. Identifiziere Dich mit Prominenten, Vereinen, Organisationen
7. Suche Freude im Leben!
8. Pflege das Einzigartige an Dir, Deinen Lebenslauf, Deinen Lebensraum! Überprüfe/bewerte den Weg, den Du gegangen bist.
9. Analysiere, ob der „Bessere“ es tatsächlich besser hat. Möchtest Du mit ihm wirklich tauschen?
10. Nehme Deine Unterlegenheit mit Humor! Versuche paradoxe Reaktionen! Nehme Dich selbst „auf die Schüppe“!
11. Es gibt nur Sieger, wenn es Verlierer gibt. Zolle dem Verlieren und den Verlierern Respekt!  
Der zwölfte Tipp könnte lauten: besuchen Sie diesen Vortrag und verbringen Sie einen glücklichen Abend, denn am Ende sind nur heitere und entspannte Gesichter ringsum, welch ein Glück!
Die Themen im kommenden Jahr (Januar/Februar):
• Was tun, wenn die Seele leidet? Wie die Psychotherapie helfen kann
• Dem Glück mit „Achtsamkeit“ auf die Sprünge helfen?
• Auf den Spuren des Glücks
• Zwischen Glück und Unglück
Alle Seminarabende finden statt im Gemeindehaus der Kirchengemeinde, Schwagerstraße 14, 33739 Bielefeld–Jöllenbeck,
Beginn jeweils um 20.00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Kontakt: Wilfried Husemann, Am Brinkkotten 16, 33739 Bielefeld, Telefon: (05206) 57 24
 Alois Herlth, Telefon: (05206) 55 98,
E-Mail: ua.herlth@online.de

Die Deutsche Post veröffentlicht seit einigen Jahren einen Glücksatlas für Deutschland (www.gluecksatlas.de). Getrennt nach den fünf Faktoren Lebenszufriedenheit, Arbeitszufriedenheit, Einkommenszufriedenheit, Zufriedenheit mit der Gesundheit, mit der Wohnsituation und der Freizeit werden in neunzehn Regionen die Daten zur Zufriedenheit gemittelt (die Skala reicht von 0 = „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 = „ganz und gar zufrieden“; die Ergebnisse sind maximal um eine Skaleneinheit voneinander unterschieden und streuen bis auf die Daten zur Gesundheit um einen Wert von 7). Überproportional glücklich sind die Menschen demnach in Schleswig-Holstein, Hamburg und in überraschend vielen Aspekten auch im nordwestlichen Niedersachsen. Wenn man überlegt, dass Dänemark seit Jahren unangefochten das Land mit den glücklichsten Einwohnern weltweit ist (Stichwort „hyggelig“ übersetzt „Wohlbefinden verbreiten“, laut Süddeutscher Zeitung eine Überlebensstrategie in der kalten und düsteren westlichen Welt), könnte man versucht sein, den Bewohnern unserer nördlichen Bundesländer eine vergleichbare Kompetenz zu unterstellen. Oder spielen Klima, Landschaft, regionale Kultur die entscheidende Rolle? Man weiß es noch nicht. Wir hier in Westfalen belegen übrigens überwiegend Werte im Mittelfeld.
  
Da schafft ein einzelner Schüler zum wiederholten Mal nicht die Versetzung nach der sechsten Klasse, muss die Schule verlassen und landet im Nirwana. Wird dann auch noch nach Hause geschickt, als keine neue Schule gefunden wurde. Der Artikel im letzten Blickpunkt verknüpft dies mit der Werbung für eine Schulform, die im benachbarten Stadtbezirk gegründet werden soll. Es würde suggeriert: Hier eine Schule von gestern mit scheinbar zu wenig individueller Förderung, die sich auch nicht genug kümmert, dort die Verheißung moderner Pädagogik. Etwas verkürzt lauteten so die Vorwürfe, die der Vorsitzende der Elternschaft der Realschule Jöllenbeck und die Schulleitung in einem Gespräch mit dem Unterzeichner äußerten.
In dem Gespräch wurde schnell deutlich: der Fall dieses Schülers ist selten. So selten, dass die Bezirksregierung Detmold hochselbst der Schulleitung in Jöllenbeck empfahl, den Jungen entgegen der bestehenden Schulpflicht nach den Ferien wieder nach Hause zu schicken. Die Gründe dafür waren dem Unterzeichner in der Tat nicht bekannt, die Aussagen vom Amt für Schule und von einem mit solchen Fällen betreuten Juristen hörten sich ganz anders an.
Der Fall dieses Schülers ist insbesondere auch an der Realschule Jöllenbeck selten, da das Kollegium grundsätzlich mehrfach im Schuljahr mit betroffenen Eltern Rücksprache hält und die verschiedenen Optionen gemeinsam abgewogen werden, immer mit dem vorrangigen Ziel, den Schüler an der Realschule zu halten. Die individuelle Förderung ist ein erklärtes pädagogisches Ziel in der Schule und wird von allen Lehrkräften so gelebt. Dies soll an dieser Stelle nachgetragen werden, damit deutlich wird, das die Realschule Jöllenbeck alles in ihrer Kraft stehende unternimmt, damit so ein Fall gar nicht erst auftritt!
Der Fall ist selten, weil eigentlich bis kurz vor Ende des letzten Schuljahres eine aufnehmende Schule bereit stand, die dann im letzten Moment die Zusage zurückgezogen hat – und dann wurde es in der Tat eng.
Der Fall ist selten und wäre so auch an einer Sekundarschule passiert – dies ist jedoch schwer vorstellbar, denn der Anlass wäre nicht gegeben: warum sollten Eltern ihr Kind freiwillig mehrfach eine Klasse wiederholen lassen, wenn doch innerhalb der Schule schon im Grundsatz die Durchlässigkeit hinsichtlich der zu erreichenden Sek-I-Abschlüsse angelegt ist?
Und natürlich ist dieser Fall nicht dazu angetan, darüber noch einmal in die Diskussion über die Zukunft der Realschule in Jöllenbeck einzusteigen. Das hat niemand behauptet, sondern die örtliche Politik steht zu der damals getroffenen Aussage, die Entscheidung der Realschule zu akzeptieren und diese in Zukunft zu unterstützen. Wir erinnern uns: nach vielen Monaten des gemeinsamen Ringens um die Ausgestaltung einer möglichen Gemeinschaftsschule in Jöllenbeck hatte die Leitung der Realschule kurz vor Erreichen des formulierten Ziels den Ausstieg aus dem Konzept erklärt.
Der Fall ist allerdings dennoch dazu geeignet, die Fehlentwicklungen in der deutschen Schullandschaft zu illustrieren. Wenn grundsätzlich alle Kinder eines Jahrgangs gemeinsam bis zur 10. Klasse die gleiche Schule besuchen, sind weniger Schulabbrecher und weniger verlorene Lebenszeit die Folge. Gleichzeitig lernen die Kinder mehr und besser als in dem gegliederten deutschen System. Jede Pisa-Studie belegt diesen Zusammenhang aufs Neue. Dies wird gerne als Gleichmacherei gebrandmarkt – die Frage ist doch nur von wem und mit welcher Intention? Solange hinreichend viele Bürger dies als Argument verstehen wollen, auch weil sie selbst in Ihrem (Schul-)Leben keine andere Erfahrung machen konnten, wird die Auseinandersetzung nicht entlang der für unsere sich entwickelnde Gesellschaft besten pädagogischen Konzepte geführt, sondern entlang tradierter, nicht weiter entwickelter Vorstellungen. Das ist schade. Denn so produziert unser Schulsystem weiter jedes Jahr diverse Verlierer in allen Nuancen und zahlreiche junge Menschen ohne Schulabschluss und mit deutlich schlechteren Zukunftschancen.
Natürlich kann man über das Konzept der Sekundarschule geteilter Meinung sein. Allerdings hat es im Schul- und Sportausschuss der Stadt Bielefeld bereits im Jahre 2012 für die Entwicklung dieses Konzeptes – mit dem Auftrag es auch umzusetzen (!) – eine ungeteilte Zustimmung gegeben. Nächstes Jahr könnte es soweit sein. Man kann mit Fug und Recht behaupten, hierbei ist zumindest nichts übers Knie gebrochen worden und auch der „Brechstangen“-Vorwurf läuft ins Leere.
Moderne Zeiten - moderne Schule?
  
Bielefelder Kiebitz-Gelegeschutzprojekt
Die Biologischen Stationen Gütersloh/Bielefeld und Kreis Paderborn/Senne wurden für das Jahr 2017 erneut vom Umweltamt der Stadt Bielefeld beauftragt, Gelegeschutzmaßnahmen beim Kiebitz durchzuführen.
Aus dem Bericht der Biologischen Stationen:
Der Kiebitz ist eigentlich eine charakteristische Wiesenvogelart, die auf offenen, flachen und weitgehend strukturarmen Feucht-Grünlandflächen mit niedriger Vegetation brütet. Ein wichtiger Faktor ist die Bodenfeuchtigkeit, die im Idealfall zu zeitweiliger Überstauung von Teilbereichen führt. Diese extensiv genutzten Wiesen sind heute aufgrund von Trockenlegungen und Nutzungsintensivierungen fast nur noch in Naturschutzgebieten zu finden. Zur Förderung des Kiebitzes ist der Erhalt der verbliebenen extensiven Grünlandflächen von großer Bedeutung.
Dabei sind Maßnahmen zur Optimierung (Wiedervernässung, Anlage von Wiesenblänken) nötig, um attraktive Brutflächen zu schaffen. Wünschenswert wäre natürlich auch die Neuanlage von extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen durch Rückumwandlung von Ackerflächen in Grünland.
Die überwiegende Anzahl der Kiebitze brütet daher heute auf Ackerflächen (Getreide, Maisäcker, Ackerbrachen), vor allem, wenn sie in den feuchten Auenbereichen liegen. Ein Problem stellt dabei die Bewirtschaftung der Schläge während der Brutzeit dar. Insbesondere die Maisaussaat im Frühjahr (Anfang Mai) mit vorangehender Bodenbearbeitung führt zu einer hohen Anzahl an Nestverlusten.
Der Gelegeschutz auf den Ackerflächen stellt inzwischen eine wichtige Maßnahme zur Förderung des zunehmend im Bestand gefährdeten Kiebitzes dar. Voraussetzung hierfür ist die Kooperationsbereitschaft der bewirtschaftenden Landwirte. Insgesamt ist die Zusammenarbeit im Jahr 2017 auch dank der Unterstützung durch die Vertreter der Landwirtschaft bis auf ganz wenige Ausnahmen gut gelaufen.
Das Land Nordrhein-Westfalen bietet verschiedene Fördermaßnahmen für den Schutz des Kiebitzes an. Die Biologischen Stationen haben die Bewirtschafter der Kiebitzflächen angesprochen, um diese hinsichtlich der Maßnahmen zu informieren und zu beraten. Trotz guter finanzieller Ausgleichszahlungen ist das Interesse für die Teilnahme am Vertragsnaturschutz unter den Landwirten gering. Zum einen wird der Aufwand bei der Antragstellung der Maßnahmen als sehr hoch empfunden. Zum anderen scheuen die Landwirte zusätzliche Kontrollen auf ihren Flächen, die mit der Teilnahme am Vertragsnaturschutz einhergehen können. In Bielefeld wurden keine gezielten Maßnahmen auf den Kiebitzflächen umgesetzt.
Soweit zur Ausgangslage. Zurück zum Bericht: Die beiden biologischen Stationen haben im Rahmen der Kiebitz-Kartierung zur Brutzeit 2017 insgesamt 33 Paare festgestellt. Darunter befanden sich 18 Paare mit Gelege und 15 weitere mit Brutverdacht. Der Bestand in der Stadt hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 25% erhöht. Aus den 18 Gelegen, die größtenteils auch markiert wurden, schlüpften in 10 Fällen Küken. Aus 4 Gelegen resultierten mindestens 6 flügge Junge. In den übrigen Fällen kam es zum Gelegeverlust, wahrscheinlich durch natürliche Räuber wie beispielsweise dem Fuchs. Sechs flügge Jungvögel bei 33 Elternpaaren sind nicht bestandserhaltend. D.h., der Bestand wird durch den Zuzug fremder Individuen erhalten bzw. aufgefüllt, obgleich der Kiebitz an sich sehr standorttreu ist.
Der Kiebitz im Stadtbezirk Jöllenbeck: Im Bielefelder Norden stellten insbesondere die extensiv bewirtschafteten Grünlandbrachen am Johannisbach, im östlichen Abschnitt der Johannisbachaue attraktive Neststandorte für die Kiebitze dar. Bei den vier brutverdächtigen Paaren wurden zwei Bruten gemeldet. Ein Gelegeschutz erfolgte nicht, da auf den Brachflächen keine Verluste von Nestern durch Bewirtschaftung zu erwarten waren. Störungen erfolgen auf diesen Flächen vielmehr durch die hohe Anzahl der Spaziergänger mit Hunden. Zum Schutz der Kiebitze sollte die Nutzung der Trampelpfade während der Brutzeit unterbunden werden.
Neben den Flächen bei der Johannisbachaue wurde ein Zuckerrübenacker in Vilsendorf als Brutstandort von zwei Kiebitzpaaren genutzt. Auch auf dem Nagelsholz wurden zwei Kiebitzpaare beobachtet, denen allerdings kein Gelege zugeordnet werden konnte.
Die Autoren machen auch Verbesserungsvorschläge für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für den Kiebitz. Geeignet wäre hierfür z.B. das „Projekt zur Schaffung von Brut-, Nahrungs- und Rückzugsflächen für Feldvogelarten in der offenen Feldflur“. Ziel des Projektes ist die Förderung der Anlage von so genannten „Feldvogelinseln“, die zur Hauptvegetationszeit nicht bewirtschaftet werden. In Ermangelung der geeigneten Brutflächen weicht der Kiebitz im Stadtgebiet von Bielefeld auf im zeitigen Frühjahr noch nicht bewachsene Ackerflächen aus, dies sind Mais- und Zuckerrübenäcker. Leider erfolgt dort die Bodenbearbeitung, Düngung und Aussaat genau in der Zeit, in der die Tiere mitten im Brutgeschäft sind.
Die Sicht der Landwirte vor Ort
Ortslandwirt Bernd Upmeier zu Belzen: „Die landwirtschaftlichen Ortsvereine Bielefeld-Nord und Bielefeld-Süd sind seit zwei Jahren an dem Kiebitz-Gelegeschutzprojekt beteiligt. Wir Landwirte sind ganz überwiegend von der Notwendigkeit des Gelegeschutzes überzeugt. Durch die Kooperation mit den biologischen Stationen erwarten wir, unsere Kenntnisse über die Standortansprüche der Kiebitze zu verbessern. Die Standorte sind in Bielefeld häufig entgegen der landläufigen Annahme nicht in feuchtem Grünland, sondern z.B. auf Maisäckern zu finden. Die Forschungsergebnisse hier im Bielefelder Norden sind daher durchaus überraschend, so viele Brut(versuche) auf unbearbeiteter Maisstoppel hatten wir nicht erwartet. Eine weitere sachkundige Betreuung durch die Biologischen Stationen ist für uns sehr wünschenswert. Dies gilt umso mehr, wenn wir daran gehen, unsere Bewirtschaftungsmaßnahmen für einen effektiveren Schutz der Kiebitze abzustimmen. Da brauchen wir die Expertise der Biologen. Auch im Hinblick auf die Fressfeinde, ich denke da an Krähen, Waschbären und Füchse, sollten wir uns austauschen.“ Auch ein weiterer Landwirt aus Jöllenbeck, Michael Kleimann, äußert sich positiv über die Zusammenarbeit mit den Biologischen Stationen: „Nicht nur der Austausch zwischen der Station und den Landwirten läuft gut, es gab auch Erfolge, z.B. in Lenzinghausen, wo Gelege gekennzeichnet/geschützt wurden.“
Die prekäre Lage der Kiebitze ist bei den Landwirten angekommen und die Bereitschaft, hier zu helfen, wurde klar formuliert, die Kooperation funktioniert und wird aktiv nachgefragt! Das ist die Botschaft, die man für das nächste Jahr mitnehmen sollte. Ja, es gibt offenbar auf den beiden Seiten unterschiedliche Erwartungshorizonte (insbesondere zur Teilnahme am Vertragsnaturschutz), aber das ist auch nicht verwunderlich – hier 100% Konzentration auf den Naturschutz, dort die Notwendigkeit, Naturschutzaspekte und die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes unter einen Hut zu bringen. Ohne die aktive Hilfe der Landwirte wird der Kiebitz in absehbarer Zeit aus Bielefeld verschwinden, die Rieselfelder vielleicht ausgenommen. Das will nun wirklich niemand.
Der Bericht spricht allerdings noch eine weitere Störgröße beim Brutgeschäft der Kiebitze an: Spaziergänger, die allein oder mit Hund die normalen Wege verlassen und über Trampelpfade durch die Wiesen z.B. der Johannisbachaue ziehen. Hier für Verständnis und eine Verhaltensänderung zu sorgen dürfte mehr brauchen, als lediglich ein entsprechendes Schild aufzustellen.
(Alle Fotos wurden freundlicherweise von Bernhard Walter, Biologische Station Gütersloh/Bielefeld zur Verfügung gestellt)
  
Unfreiwillig verlängerte Sommerferien
Der Schüler Felix T. (Name von der Redaktion geändert) besuchte die Realschule Jöllenbeck. Zum Ende der Erprobungsphase im Schuljahr 2016/17 gelangte das Kollegium zu der Auffassung, den Schüler nicht in die siebte Klasse versetzen zu können. Felix wurde abgeschult. Noch in den letzten Wochen des auslaufenden Schuljahres machten sich die Eltern auf die Suche nach einer neuen Schule für ihren Sohn im gesamten Umkreis, wochenlang vergeblich. Das Ferienende nahte und immer noch kein positiver Bescheid. Am ersten Schultag nach den Ferien noch einmal ein Vorsprechen in der Realschule, doch dort nur die Auskunft, Felix auch nicht nur vorübergehend beschulen zu können. Trotz allgemeiner Schulpflicht in Deutschland kam Felix in den Genuss verlängerter Sommerferien. Drei Wochen dauerte es, bis die Bezirksregierung endlich einen Platz gefunden hat. Felix besucht jetzt eine Gesamtschule.
Mit der Sekundarschule steht jetzt eine moderne Schulform für die Sekundarstufe I auch in Bielefeld in den Startlöchern, die so etwas von vornherein ausschließt. Bis Ende der Klasse 9 gibt es keine Sitzenbleiber, geschweige denn die Notwendigkeit, die Schule zu wechseln. Alle Abschlüsse der Sekundarstufe I werden angeboten, d.h. Hauptschul- und Realschulabschluss bzw. der Realschulabschluss mit der Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Von Anfang an werden auch gymnasiale Standards berücksichtigt. Mit Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs werden Vereinbarungen getroffen, die den reibungslosen Übergang nach der Klasse 10 sicherstellen.
Im Ganztagsunterricht bis ca. 16 Uhr lernen Kinder in Klassen mit maximal 25 Schülern gemeinsam bzw. werden betreut. Es gibt individuelle Lern- und Hausaufgabenzeiten.
Die Brodhagenschule in Gellershagen hat sich auf den Weg gemacht, Sekundarschule zu werden, es kommt jetzt auf die Eltern an.
Wenn Sie sich vorstellen können, in dieser Schulform das beste Konzept für Ihr Kind zu sehen, dann können Sie sich hier eingehend informieren: www.sekundarschule-bielefeld.de
Geben Sie der Zukunft eine Chance.
  
summ, summ
... Ihr Blick schweift von der Fahrbahn von Ihnen zur Seite. In dem kleinen Seitenfenster zuckelt die Landschaft vorbei. Auf langen Halmen wiegt sich das Getreide im Wind, allenthalben von blauen und roten Punkten durchsetzt, Kornblumen, Klatschmohn. PATSCH! Ein fünfmarkstückgroßer Fleck mitten auf der Windschutzscheibe. Langsam ziehen Fäden aus der gelbgrünen Masse nach oben, bis der warme Fahrtwind sie ausgetrocknet hat ...
Sofern Sie in den sechziger, siebziger oder achtziger Jahren mit dem Auto über Land gefahren sind, war spätestens beim nächsten Tankstopp ein Familienmitglied damit beschäftigt, die Frontscheibe von unzähligen Insektenresten zu befreien, falls dies nicht vom Tankwart selbst erledigt wurde. Heute können Sie quer durch die Republik fahren und am Ende die Reste der bedauernswerten Kreaturen auf Ihrer Scheibe an einer Hand abzählen. Vorbei auch die Zeit, wo Sie einen freundlichen Radfahrer an den Fliegen zwischen den Zähnen erkennen konnten. Sie sind weg. Die Insekten. Seit vielen Jahren nimmt ihre Zahl beständig ab, in den wenigen Untersuchungen, die wissenschaftlichen Kriterien standhalten, zum Teil im erschreckenden Ausmaß (bis zu 70% und mehr).
„Es ist noch zu früh, einen eindeutigen Verursacher zu benennen, uns fehlt einfach mehr belastbares Zahlenmaterial,“ erklärt Dr. Isolde Wrazidlo, Direktorin des Namu in Bielefeld, „aber die Art und Weise, in der hierzulande überwiegend Landwirtschaft betrieben wird, steuert auf jeden Fall ein gerüttelt Maß zu der Lage bei.“ Eine eMail an Rita Rehring, Pressesprecherin des WLV (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband), vor einigen Wochen. Frage: Wie unterstützt der WLV seine Mitgliedsbetriebe in dieser Sache, gibt es vielleicht schon Handreichungen dazu? Rita Rehring meldet sich per Autotelefon: „Also wir haben gerade am Wochenende eine ausgedehnte Fahrradtour unternommen und da waren reichlich Insekten in der Luft. Wenn es in einem Jahr mal weniger sind, hat das auch mit der kühlen Witterung zu tun. Überhaupt ist das ein Thema, was die NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) unnötig aufbauschen!“ Nun zählt das Bundesumweltministerium nicht gerade zu den NGOs, aber wenn ein landwirtschaftlicher Verband so mit einem Thema umgeht, kann man bestenfalls davon ausgehen, dass die Tragweite des Vorgangs nicht begriffen wurde.
Unterhält man sich mit einem Landwirt, der seinen Hof noch bewirtschaftet, so wird dieser einem sehr eindeutig nahebringen, dass er sich als selbständiger Unternehmer versteht, der seinen Betrieb am Ende des Tages erfolgreich durch das Jahr bringen muss. Völlig unstreitig wird jeder ihm zubilligen, dabei auch einen Gewinn zu erwirtschaften, der u.a. die kommenden Investitionen ermöglicht und auf lange Sicht den Betrieb, den Hof, schuldenfrei an die nächste Generation zu übergeben. Betriebswirtschaft ist daher in der Ausbildung junger Landwirte ein wichtiger Schwerpunkt. Leider tauchen Insekten in der BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) nicht auf. Stattdessen schlagen grotesk niedrige Verbraucherpreise unmittelbar durch – das Pfund Hackfleisch zu zwei Euro, das Kilo Hähnchenschenkel zu etwas über einem Euro (Preise aus der Werbung vom 25.8.2017), denken wir überhaupt darüber nach, welchen Irrsinn wir damit befördern?
Bislang konnten Landwirte immer darauf hoffen, dass für die entstehenden Probleme technische Lösungen gefunden wurden. Als die Traktoren die verdichteten Böden nicht mehr bearbeiten konnten, wurden die Schlepper immer stärker und größer. Mit den heutigen Spitzenmodellen ließe sich wahrscheinlich problemlos eine Furche in einen Braunkohleflöz ziehen. Immer neue Herbizide hielten die Wildkräuter auf Distanz, andere Biozide verdrängten die Schimmelpilze, z.B. den schwarzen Rost. Letzterer breitet sich inzwischen im Mittelmeerraum in einer Variante aus, die resistent gegen alle derzeit bekannten Gifte ist. Der inzwischen multiresistente Ackerfuchsschwanz sorgt dafür, dass auf einigen Flächen in Deutschland der Getreideanbau eingestellt werden mußte (Die Zeit 30/2017). Hier geht auch nicht das Motto „viel hilft viel“, dessen Anwendung beim Einsatz eines Totalherbizids für die Rekultivierung einer Brache für den Maisanbau im vergangenen Jahr die Nachtigallpopulation in der unteren Johannisbachaue ausgelöscht hat.
Und jetzt die Insekten. Deren Verschwinden bringt nicht nur Vögel, Fledermäuse, Frösche und zahlreiche weitere Tierarten in unmittelbare Bedrängnis, auch uns wird es treffen, zuallererst die Landwirtschaft. In China existieren bereits Landstriche, in denen die Bestäubung der Nutzpflanzen durch Erntehelfer vorgenommen wird. Soll es hierzulande soweit kommen?
Eine verpflichtende Umstellung des konventionellen auf einen biologischen Landbau erscheint uns illusorisch. Das mag auch so sein. Aber es gibt gangbare Wege, jetzt und sofort zu handeln, selbst wenn diese das Problem nicht gänzlich lösen werden. Vor gut 25 Jahren hat die Stadt Bielefeld ein sog. „Ackerrandstreifen-Programm“ initiiert. Dies hatte zwar vordergründig den Erhalt von Ackerwildkräutern zum Ziel, der Nebeneffekt einer besonders vielfältigen Insektenfauna wurde jedoch schon seinerzeit beschrieben. Blühstreifen-Programme gibt es heute immer noch, es machen jedoch zu wenig Landwirte mit. Warum ist die Sache mit den Insekten eigentlich so wichtig? Weil zwei Drittel der hundert wichtigsten Nutzpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind. Und weil wir immer noch weit davon entfernt sind zu verstehen, welche komplexen Auswirkungen die vorsätzliche Zerstörung gewachsener Ökosysteme haben wird.
Monokulturen, Insektizide, insbesondere Neonicotinoide, das Verschwinden von Auen und Feuchtwiesen, die zunehmende Rekultivierung ehemaliger Grünbachen, möglicherweise erste Auswirkungen des Klimawandels und noch andere Faktoren – alles zusammen ruiniert unsere Insektenfauna. Allen gemeinsam ist, dass menschliches Handeln ursächlich ist. Also ist es an uns, dies zu ändern.
Die landwirtschaftlichen Verbände betonen, dass an der derzeitigen Form der landwirtschaftlichen Produktion kein Weg vorbei führt. Stimmt das?  Wir stimmen jeden Tag an der Fleisch- und Gemüsetheke darüber ab. Wir bestimmen alle paar Jahre mit der Zusammensetzung von Gemeinderäten und Parlamenten über den voraussichtlichen Weg dieser Gesellschaft für die nächsten Jahre, ein Blick nach Düsseldorf kann einen in dieser Hinsicht zur Verzweiflung treiben. Beim Klimawandel haben wir den Point of no return in einzelnen Bereichen bereits überschritten. Die Auswirkungen werden unsere Kinder und Enkel im Sinne des Wortes „ausbaden“ müssen. Die Auswirkungen eines weiterhin ungebremsten Insektensterbens werden wir noch selber bezahlen dürfen, ebenso wie die immer teurere Reinigung unseres Trinkwassers von Düngemittelresten. Aber das ist eine andere Geschichte.
  
Kanugruppe der Naturfreunde
Outdoor Wassersport in Bielefeld?
Fast alles verbindet man mit Bielefeld: dass es uns nicht gibt, dass wir ein Mittelgebirge mitten in der Stadt und einige bemerkenswerte Beiträge zur Alltagskultur hervorgebracht haben (Backpulver …) - aber Kanusport? Doch nicht auf der freigelegten Lutter, oder? „Nein, unsere Paddeltouren führen uns auf ganz unterschiedliche Reviere in der Region und auch zu weiter entfernten Zielen. Aber einen ersten Vorgeschmack können alle Interessierte in Schildesche im Hallenbad der Plaßschule bekommen,“ beantwortet Thomas Wegg-Beck von der Kanugruppe der Naturfreunde, Ortsgruppe Bielefeld e.V. die Frage. In der Tat, jeden Freitag von 18 bis 20.00 Uhr findet das Hallenbad-Training am Meyer-zu-Eissen-Weg statt, aber davon später.
Jetzt stehen wir nämlich noch auf dem Meierhof in Heepen, hier befindet sich das Vereinshaus der Naturfreunde, hier lagern die Boote samt Ausrüstung auf der alten Deele und hier wird gerade das Obergeschoß der alten Leibzucht zur Boulderhalle ausgebaut (dieses Projekt der örtlichen Naturfreundejugend wurde von der NRW-Stiftung finanziell unterstützt. Durch mannigfache Eigenleistungen konnten viele Kosten aufgefangen werden). „Unsere Kanugruppe feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges. Gut 120 Mitglieder zwischen 6 und 80 Jahren betreiben hier in Bielefeld den Kanusport, etwa die Hälfte paddelt regelmäßig. Allein 33 Termine zählt unser Paddelprogramm für das laufende Jahr, die wöchentlichen Trainingszeiten in dem Hallenbad der Plaßschule nicht mitgerechnet. Von Anfänger und Familientouren bis hin zum Wildwasser oder Freestyle, ich glaube, bei uns kommt jeder auf seine Kosten. Wobei: wir sind grundsätzlich offen für Nicht-Mitglieder und die Schnupperphase ist selbstverständlich kostenfrei, auch die Ausrüstung wird gestellt. Und grundsätzlich werden unsere Touren von erfahrenen und zertifizierten Gruppenleitern begleitet. Wir sind als offizieller Ausbilder vom DKV anerkannt, dies beinhaltet eine fortwährende Pflicht, die entsprechenden Qualifikationen zu erneuern und nachzuweisen. Nur so können wir gerade gegenüber Eltern darstellen, dass wir uns auf dem Wasser verantwortungsvoll und umsichtig verhalten. Schließlich vertrauen sie uns ihre Kinder an! Wer beim Schnuppern auf den richtigen Riecher gekommen ist, hat dreimal im Jahr die Möglichkeit, mit uns auf der Lippe eine eintägige Anfängerschulung mitzumachen. Wer weiter gehen will, hat einmal pro Jahr die Gelegenheit an einer zweitägigen Sicherheitsschulung in Theorie und Praxis teilzunehmen. Diese Schulung ist übrigens auch als Lehrerfortbildung anerkannt!“
In dem Bootshaus stehen ganz unterschiedliche Bootstypen, sowohl Kajaks als auch Kanadier, alte verschrammte und grell bunte neue sind dabei. Dies spiegelt durchaus auch die Bootsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte wider: Material, Länge, Ausstattung, alles ist einem fortwährenden Entwicklungsprozess unterworfen. Die großen Boote, die wie auf dem Bild erkennbar aus dem Regal herausragen, kommen etwa auf 35 kg Leergewicht, die kleinen bunten Wildwasser-Kajaks nicht einmal auf 25 kg. Die Boote für Kinder unter 15 Jahren sind noch leichter.
Voraussetzung für den Kanusport: nicht wasserscheu sein und man muss schwimmen können. Letzteres können Kinder ebenfalls bei dem Hallenbad-Training erlernen und vervollkommnen, denn die erste Stunde ist jeweils fürs Schwimmen reserviert. Die Zielgruppe der Kanuten von den Naturfreunden sind junge Familien und junge Leute allgemein. Geboten werden, neben dem begleiteten Einstieg in diesen Sport, mehrtägige Touren etwa dreimal im Jahr im europäischen Ausland (Österreich, Frankreich, Niederlande), sowie ein- und mehrtägige Touren in der Region (Lippe, Hunte, Weser) und anderen Teilen der Republik. Für wirklich sportliche Menschen: die Teilnahme am 25. Kanu-Triathlon im September 2017 im Raum Paderborn/Lippe/Oerlinghausen.
Geboten wird aber auch eine ganz andere Perspektive auf die Natur, die weder Wanderer noch Radfahrer so einnehmen können. Dies in Verbindung mit der Gemeinschaft ähnlich veranlagter Menschen. Gemeinschaftserlebnis, Offenheit für neue Erfahrungen, andere Menschen, andere Umgebungen. Letztlich ein Gewinn für alle. Dabei ist es das Ziel der Naturfreunde, sinnvolle Freizeitangebote für junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihren finanziellen Möglichkeiten anzubieten.
Die Fotos vom Hallenbad-Training vermitteln einen ersten Eindruck. Klar, das Becken ist nicht sehr groß, aber die Wassertiefe lässt sich verringern, was gerade auch für Kinder einen erheblichen Vorteil bietet. Auch lassen sich grundlegende Übungen hier gefahrlos einstudieren, z.B. die Eskimorolle. Die (jungen) Kanuten sind erkennbar mit Freude dabei.
Wenn Sie dabei sein möchten: eine kurze Anmeldung/Nachfrage bei Volker Pässler, Telefon 0521/479988 oder per eMail an nafrbi-kanu@gmx.de wäre schön.
  
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